Account Based Marketing (ABM): Strategische Zielkunden präzise gewinnen

Account Based Marketing (ABM): Strategische Zielkunden präzise gewinnen

Warum Kunden nicht gesucht, sondern angezogen werden

Statt Leads zu sammeln, gezielt die Unternehmen gewinnen, die Ihr Wachstum wirklich tragen – mit einem Prozess, in dem Marketing und Vertrieb endlich als ein Team arbeiten.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Account Based Marketing (ABM) ist eine B2B-Strategie, bei der Marketing und Vertrieb gemeinsam wenige, besonders wertvolle Zielkunden gezielt und personalisiert ansprechen.
  • Statt Trichter (viele Leads) gilt die Pyramide (definierte Accounts) – Präzision schlägt Masse.
  • Account Based Selling (ABS) ergänzt ABM im Vertrieb: Beziehungen im Buying Center aufbauen und Accounts systematisch entwickeln.
  • Typische Ergebnisse: höhere Abschlussquoten, größere Deals, kürzere Sales Cycles, stärkere Kundenbindung.
  • Besonders geeignet für komplexe B2B-Angebote wie Software, IT- und SAP-Häuser, Maschinenbau oder Beratung.

Definition: Was ist Account Based Marketing?

Account Based Marketing (ABM) ist ein strategischer B2B-Ansatz, bei dem Unternehmen ausgewählte Zielkunden („Accounts") gemeinsam mit dem Vertrieb identifizieren und mit personalisierten Kampagnen, Inhalten und Kontakten entwickeln. Der Fokus liegt nicht auf der Menge der Leads, sondern auf der Qualität und dem Potenzial der adressierten Unternehmen.

Account Based Selling (ABS) ist das vertriebliche Gegenstück: Sales-Teams bauen Beziehungen zu den Entscheidern im Buying Center auf, planen Accounts systematisch und entwickeln sie über den gesamten Kundenlebenszyklus.

Warum klassisches B2B-Marketing an seine Grenzen stößt

Marketing erzeugt MQLs – und der Vertrieb klagt, die Leads seien „nicht reif" oder „die falschen Ansprechpartner". Ein Silo-Problem, das Budget verbrennt und vor allem Umsatz kostet. Der Grund: Das klassische Trichter-Prinzip streut breit, in der Hoffnung, dass unten Qualifiziertes herausfällt. In komplexen B2B-Märkten mit langen Entscheidungszyklen, mehreren Stakeholdern und hohem Auftragswert funktioniert das nur noch eingeschränkt.

ABM dreht das Prinzip um. Marketing und Vertrieb definieren zuerst gemeinsam die wertvollsten Accounts – und richten dann alle Maßnahmen messerscharf auf diese Unternehmen und die relevanten Personen aus. Aus einem Spiel der großen Zahlen wird ein Spiel der Präzision.

Vorteile von Account Based Marketing im B2B-Vertrieb

  • Höhere Abschlussquoten, weil nur Accounts mit echtem Potenzial bearbeitet werden.
  • Größere Deals und mehr Cross- und Up-Selling durch tiefes Account-Verständnis. K
  • ürzere Sales Cycles dank abgestimmter Signale und Inhalte entlang der Customer Journey.
  • Effizienterer Einsatz von Marketing- und Vertriebsbudgets.
  • Echte Sales-and-Marketing-Alignment-Kultur statt Silo-Denken.
  • Stärkere Kundenbindung und Fürsprecher für Folgegeschäft.

Für wen eignet sich ABM besonders?

ABM entfaltet seine Stärke dort, wo Abschlüsse komplex, wertvoll und erklärungsbedürftig sind. Typische Konstellationen:

  • Komplexe B2B-Produkte und Lösungen mit mehreren Stakeholdern.
  • Lange Verkaufszyklen und hohe Vertragsvolumen.
  • Klar umrissener Zielmarkt nach Branche, Größe oder Region.
  • Begrenzte Anzahl potenzieller Kunden, zum Beispiel im DACH-Mittelstand.

Besonders häufig begleite ich derzeit SAP-Häuser, IT-Dienstleister, SaaS-Anbieter, Maschinenbauer und Unternehmensberatungen beim Aufbau ihres ABM-Prozesses.

Die drei ABM-Ansätze: 1:1, 1:few, 1:many

Nicht jeder Account rechtfertigt denselben Aufwand. Deshalb unterscheidet ABM drei Intensitätsstufen, die sich kombinieren lassen:

 

AnsatzAnzahl AccountsPersonalisierungTypisch für
1:1 (Strategic ABM)5–20Individuell pro AccountTop-Wunschkunden, Enterprise
1:few (ABM Lite)20–100Cluster mit gemeinsamen PainsÄhnliche Branchen und Use Cases
1:many (Programmatic)100–1.000+Segment-basiert, automatisiertBreitere ICP-Abdeckung

 

 

Der ABM-/ABS-Fahrplan in vier Phasen

Erfolgreiches Account Based Marketing ist kein Kampagnen-Zufall, sondern ein wiederholbarer Prozess. So gehen wir in Beratung und Seminar vor.

Phase 1: Das Fundament – gemeinsame Strategie

Bevor eine einzige Kampagne startet, setzen sich Marketing und Vertrieb an einen Tisch:

  • Ideal Customer Profile (ICP) und Ziel-Accounts definieren.
  • Ansatz festlegen: 1:1, 1:few oder 1:many.
  • Buyer Personas, Customer Journey und Buying Center analysieren.
  • Sales Signals und Intent Data gemeinsam definieren.

Ergebnis: eine gemeinsame Sprache, eine gemeinsame Zielaccount-Liste und ein klarer „One-Team"-Auftrag.

Phase 2: ABM – Marketing bereitet das Spielfeld

Das Marketing spricht die definierten Accounts gezielt an, weckt Interesse und entwickelt Kontakte bis zur Vertriebsreife:

  • Touchpoints und Kanäle identifizieren (LinkedIn, Fachportale, Events).
  • Paid-Kampagnen mit präzisem Account- und Persona-Targeting.
  • Relevanter Content entlang der Customer Journey – kein Gießkannen-Content.
  • Nurturing-Strecken mit klaren Qualifizierungskriterien.
  • Übergabe an den Vertrieb bei definierten Signalen.

Phase 3: Der perfekte Pass – die Übergabe

Der kritischste Moment im Prozess. Der Vertrieb erhält nicht nur Name und E-Mail-Adresse, sondern die komplette Interaktionshistorie: besuchte Seiten, konsumierte Inhalte, Reaktionen auf Kampagnen. So startet das Verkaufsgespräch nicht bei null, sondern kontextbezogen.

Phase 4: ABS – Account based Selling / Vertrieb übernimmt und schließt ab

  • Account Planning und Mapping: Potenziale, Stakeholder, nächste Schritte.
  • LinkedIn-Aktivitäten: Profil, Vernetzung, Interaktion mit Zielkontakten.
  • Sales Nurturing und Sales Automation für relevante Touchpoints.
  • Persönliche, wertstiftende Gespräche per Call, Video oder vor Ort.
  • Saubere CRM-Dokumentation als 360-Grad-Blick für Marketing und Vertrieb.

ABM messen: Die wichtigsten KPIs

  • Account Coverage: Anteil erreichter Entscheider pro Zielaccount.
  • Engagement Score: Interaktionstiefe von Buying-Center-Mitgliedern.
  • Pipeline Velocity: Geschwindigkeit qualifizierter Opportunities.
  • Win Rate auf Ziel-Accounts im Vergleich zu Nicht-Ziel-Accounts.
  • Durchschnittlicher Deal-Wert und Customer Lifetime Value.
  • Marketing-Sales-Alignment: Erfüllung der SLAs zwischen beiden Teams.

ABM-Tools und Technologien

Technologie unterstützt ABM, ersetzt aber keine Strategie. Typische Bausteine eines ABM-Tech-Stacks:

  • CRM als Single Source of Truth (zum Beispiel Adito, SuperOffice, CAS Genesis World, Sugar CRM, HubSpot, Salesforce, SAP Sales Cloud).
  • Marketing Automation für Nurturing und Content-Auslieferung.
  • LinkedIn Sales Navigator und Ads für Account-Targeting.
  • Intent-Data- und Signal-Anbieter.
  • Sales-Engagement- und Enablement-Plattformen.
  • Dashboards für Account-basierte Reports

Typische Fehler beim Start mit ABM – und wie Sie sie vermeiden

  • ABM als reine Marketing-Kampagne verstehen statt als gemeinsame Go-to-Market-Strategie.
  • Zu viele Accounts gleichzeitig bearbeiten, ohne ausreichende Ressourcen.
  • Personalisierung mit Vornamen-Platzhaltern verwechseln.
  • Keine klaren Signale und Übergabekriterien zwischen Marketing und Vertrieb.
  • Keine gemeinsame Erfolgsmessung – jeder rechnet mit eigenen KPIs.

ABM für SAP-Häuser, IT-Dienstleister und Industrie

Gerade SAP-Beratungs- und Implementierungshäuser und Maschinen- / Anlagenbauer profitieren stark von Account Based Marketing: Die Zielgruppe ist klar umrissen, die Deals sind hochwertig, Entscheidungen werden von mehreren Fachbereichen getragen, und Kunden erwarten echte Branchen- und Prozesskompetenz. ABM hilft, genau die Accounts zu priorisieren, in denen Ihre SAP-Expertise (zum Beispiel S/4HANA-Migration, BTP, Industry Cloud oder RISE) den höchsten Wertbeitrag liefert – und die relevanten Rollen im Buying Center gezielt zu adressieren.

So unterstütze ich Sie bei Account Based Marketing

Als Berater und Seminarleiter begleite ich B2B-Unternehmen seit Jahren beim Aufbau ihres ABM-Prozesses – von der Strategie bis zur operativen Umsetzung:

  • ABM-Seminar: Kompakter Einstieg für Marketing- und Vertriebsteams.
  • ABM-Beratung: Individuelle Begleitung bei Strategie, ICP, Prozess und Rollout.
  • Workshops für Sales-and-Marketing-Alignment und Buying-Center-Analyse.
  • Sparring für Führungskräfte in Marketing und Vertrieb.

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Mehr lesen: Fahrplan im Blog

Den ausführlichen Fahrplan zu ABM und ABS finden Sie im Blogartikel „ABM & ABS: Vom Silo-Denken zum Team-Erfolg" auf fromcoldtoclose.de.

Autor: Norbert Schuster

Portrait von Norbert Schuster, Berater für Digitalisierung im B2B Marketing und Vertrieb
Norbert Schuster – Experte für die Digitalisierung im B2B Marketing und Vertrieb

Norbert Schuster

Norbert Schuster ist Vordenker für die Zukunft des modernen Vertriebs und Marketings. Er berät und unterstützt Unternehmen hersteller- und produkt-unabhängig bei der Strategie-/Konzept-Entwicklung und Umsetzung von der Digitalisierung im Marketing und Vertrieb, insbesondere Marketing- und Sales-Automation, Leadmanagement, Bestandskunden Management und Account based Marketing und Account based Selling.

Er ist Autor der Bücher:

Seine Schwerpunktthemen sind

  • moderne B2B Vermarktung
  • detaillierte Buyer Persona Profile nach dem Schuster-Modell®
  • Marketing Automation konforme Customer Journey Analyse
  • Nurturing Prozesse
  • Social Selling mit Verhaltensanalysen mit LinkedIn
  • KI im Marketing und Vertrieb

FAQ: Häufige Fragen zu Account Based Marketing

Was ist der Unterschied zwischen Account Based Marketing und klassischem B2B-Marketing?

Klassisches B2B-Marketing generiert möglichst viele Leads, die anschließend im Vertrieb qualifiziert werden. Account Based Marketing dreht das Prinzip um: Marketing und Vertrieb konzentrieren sich gezielt auf wenige strategische Zielkunden und entwickeln für diese Unternehmen personalisierte Kampagnen und Gespräche.

Was ist der Unterschied zwischen ABM und ABS?

Account Based Marketing (ABM) bezeichnet die gezielten Marketing-Aktivitäten rund um definierte Zielaccounts. Account Based Selling (ABS) ist das vertriebliche Gegenstück: Sales-Teams bauen Beziehungen im Buying Center auf, planen Accounts strategisch und entwickeln sie über den gesamten Kundenlebenszyklus. In der Praxis sind beide untrennbar verbunden.

Für welche Unternehmen eignet sich ABM besonders?

ABM eignet sich besonders für Unternehmen mit komplexen B2B-Produkten, langen Verkaufszyklen, hohen Vertragsvolumen und mehreren Entscheidern im Buying Center. Typische Branchen sind Software und SaaS, IT- und SAP-Dienstleistungen, Maschinenbau sowie Unternehmensberatung.

Wie viele Accounts sollte ich im ABM bearbeiten?

Das hängt vom gewählten Ansatz ab: 1:1-ABM arbeitet mit 5 bis 20 Top-Accounts, 1:few mit 20 bis 100 ähnlichen Unternehmen, 1:many mit mehreren hundert bis über tausend Accounts. Entscheidend ist, dass Marketing- und Vertriebsressourcen zur gewählten Intensität passen.

Wie startet man mit Account Based Marketing?

Der Einstieg erfolgt typischerweise in vier Schritten: Erstens strategische Zielaccounts und ICP definieren. Zweitens Buying Center und Buyer Personas analysieren. Drittens personalisierte Marketing- und Vertriebsmaßnahmen entwickeln. Viertens Accounts systematisch entwickeln, messen und ausbauen.

Welche Rolle spielt der Vertrieb im ABM-Prozess?

Eine zentrale. ABM ist explizit kein Marketing-Alleingang. Der Vertrieb ist an Account-Auswahl, Signal-Definition, Content-Feedback und natürlich an der Entwicklung der Beziehungen im Buying Center beteiligt. Ohne echtes Alignment zwischen Marketing und Vertrieb funktioniert ABM nicht.

Welche KPIs sind für ABM wichtig?

Die wichtigsten KPIs sind Account Coverage, Engagement Score im Buying Center, Pipeline Velocity, Win Rate auf Ziel-Accounts, durchschnittlicher Deal-Wert sowie die Erfüllung der SLAs zwischen Marketing und Vertrieb.

Welche Vorteile hat ABM im B2B-Vertrieb?

Höhere Abschlussquoten, größere Deals, kürzere Sales Cycles, effizienterer Budgeteinsatz, stärkere Zusammenarbeit zwischen Marketing und Vertrieb sowie eine nachhaltigere Kundenbeziehung durch strategische Account-Entwicklung.

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Tel: +49 6027 464219
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