Statt Leads zu sammeln, gezielt die Unternehmen gewinnen, die Ihr Wachstum wirklich tragen – mit einem Prozess, in dem Marketing und Vertrieb endlich als ein Team arbeiten.
Account Based Marketing (ABM) ist ein strategischer B2B-Ansatz, bei dem Unternehmen ausgewählte Zielkunden („Accounts") gemeinsam mit dem Vertrieb identifizieren und mit personalisierten Kampagnen, Inhalten und Kontakten entwickeln. Der Fokus liegt nicht auf der Menge der Leads, sondern auf der Qualität und dem Potenzial der adressierten Unternehmen.
Account Based Selling (ABS) ist das vertriebliche Gegenstück: Sales-Teams bauen Beziehungen zu den Entscheidern im Buying Center auf, planen Accounts systematisch und entwickeln sie über den gesamten Kundenlebenszyklus.
Marketing erzeugt MQLs – und der Vertrieb klagt, die Leads seien „nicht reif" oder „die falschen Ansprechpartner". Ein Silo-Problem, das Budget verbrennt und vor allem Umsatz kostet. Der Grund: Das klassische Trichter-Prinzip streut breit, in der Hoffnung, dass unten Qualifiziertes herausfällt. In komplexen B2B-Märkten mit langen Entscheidungszyklen, mehreren Stakeholdern und hohem Auftragswert funktioniert das nur noch eingeschränkt.
ABM dreht das Prinzip um. Marketing und Vertrieb definieren zuerst gemeinsam die wertvollsten Accounts – und richten dann alle Maßnahmen messerscharf auf diese Unternehmen und die relevanten Personen aus. Aus einem Spiel der großen Zahlen wird ein Spiel der Präzision.
ABM entfaltet seine Stärke dort, wo Abschlüsse komplex, wertvoll und erklärungsbedürftig sind. Typische Konstellationen:
Besonders häufig begleite ich derzeit SAP-Häuser, IT-Dienstleister, SaaS-Anbieter, Maschinenbauer und Unternehmensberatungen beim Aufbau ihres ABM-Prozesses.
Nicht jeder Account rechtfertigt denselben Aufwand. Deshalb unterscheidet ABM drei Intensitätsstufen, die sich kombinieren lassen:
| Ansatz | Anzahl Accounts | Personalisierung | Typisch für |
|---|---|---|---|
| 1:1 (Strategic ABM) | 5–20 | Individuell pro Account | Top-Wunschkunden, Enterprise |
| 1:few (ABM Lite) | 20–100 | Cluster mit gemeinsamen Pains | Ähnliche Branchen und Use Cases |
| 1:many (Programmatic) | 100–1.000+ | Segment-basiert, automatisiert | Breitere ICP-Abdeckung |
Erfolgreiches Account Based Marketing ist kein Kampagnen-Zufall, sondern ein wiederholbarer Prozess. So gehen wir in Beratung und Seminar vor.
Phase 1: Das Fundament – gemeinsame Strategie
Bevor eine einzige Kampagne startet, setzen sich Marketing und Vertrieb an einen Tisch:
Ergebnis: eine gemeinsame Sprache, eine gemeinsame Zielaccount-Liste und ein klarer „One-Team"-Auftrag.
Phase 2: ABM – Marketing bereitet das Spielfeld
Das Marketing spricht die definierten Accounts gezielt an, weckt Interesse und entwickelt Kontakte bis zur Vertriebsreife:
Phase 3: Der perfekte Pass – die Übergabe
Der kritischste Moment im Prozess. Der Vertrieb erhält nicht nur Name und E-Mail-Adresse, sondern die komplette Interaktionshistorie: besuchte Seiten, konsumierte Inhalte, Reaktionen auf Kampagnen. So startet das Verkaufsgespräch nicht bei null, sondern kontextbezogen.
Phase 4: ABS – Account based Selling / Vertrieb übernimmt und schließt ab
Technologie unterstützt ABM, ersetzt aber keine Strategie. Typische Bausteine eines ABM-Tech-Stacks:
Gerade SAP-Beratungs- und Implementierungshäuser und Maschinen- / Anlagenbauer profitieren stark von Account Based Marketing: Die Zielgruppe ist klar umrissen, die Deals sind hochwertig, Entscheidungen werden von mehreren Fachbereichen getragen, und Kunden erwarten echte Branchen- und Prozesskompetenz. ABM hilft, genau die Accounts zu priorisieren, in denen Ihre SAP-Expertise (zum Beispiel S/4HANA-Migration, BTP, Industry Cloud oder RISE) den höchsten Wertbeitrag liefert – und die relevanten Rollen im Buying Center gezielt zu adressieren.
Als Berater und Seminarleiter begleite ich B2B-Unternehmen seit Jahren beim Aufbau ihres ABM-Prozesses – von der Strategie bis zur operativen Umsetzung:
Den ausführlichen Fahrplan zu ABM und ABS finden Sie im Blogartikel „ABM & ABS: Vom Silo-Denken zum Team-Erfolg" auf fromcoldtoclose.de.

Norbert Schuster
Norbert Schuster ist Vordenker für die Zukunft des modernen Vertriebs und Marketings. Er berät und unterstützt Unternehmen hersteller- und produkt-unabhängig bei der Strategie-/Konzept-Entwicklung und Umsetzung von der Digitalisierung im Marketing und Vertrieb, insbesondere Marketing- und Sales-Automation, Leadmanagement, Bestandskunden Management und Account based Marketing und Account based Selling.
Er ist Autor der Bücher:
Seine Schwerpunktthemen sind
Was ist der Unterschied zwischen Account Based Marketing und klassischem B2B-Marketing?
Klassisches B2B-Marketing generiert möglichst viele Leads, die anschließend im Vertrieb qualifiziert werden. Account Based Marketing dreht das Prinzip um: Marketing und Vertrieb konzentrieren sich gezielt auf wenige strategische Zielkunden und entwickeln für diese Unternehmen personalisierte Kampagnen und Gespräche.
Was ist der Unterschied zwischen ABM und ABS?
Account Based Marketing (ABM) bezeichnet die gezielten Marketing-Aktivitäten rund um definierte Zielaccounts. Account Based Selling (ABS) ist das vertriebliche Gegenstück: Sales-Teams bauen Beziehungen im Buying Center auf, planen Accounts strategisch und entwickeln sie über den gesamten Kundenlebenszyklus. In der Praxis sind beide untrennbar verbunden.
Für welche Unternehmen eignet sich ABM besonders?
ABM eignet sich besonders für Unternehmen mit komplexen B2B-Produkten, langen Verkaufszyklen, hohen Vertragsvolumen und mehreren Entscheidern im Buying Center. Typische Branchen sind Software und SaaS, IT- und SAP-Dienstleistungen, Maschinenbau sowie Unternehmensberatung.
Wie viele Accounts sollte ich im ABM bearbeiten?
Das hängt vom gewählten Ansatz ab: 1:1-ABM arbeitet mit 5 bis 20 Top-Accounts, 1:few mit 20 bis 100 ähnlichen Unternehmen, 1:many mit mehreren hundert bis über tausend Accounts. Entscheidend ist, dass Marketing- und Vertriebsressourcen zur gewählten Intensität passen.
Wie startet man mit Account Based Marketing?
Der Einstieg erfolgt typischerweise in vier Schritten: Erstens strategische Zielaccounts und ICP definieren. Zweitens Buying Center und Buyer Personas analysieren. Drittens personalisierte Marketing- und Vertriebsmaßnahmen entwickeln. Viertens Accounts systematisch entwickeln, messen und ausbauen.
Welche Rolle spielt der Vertrieb im ABM-Prozess?
Eine zentrale. ABM ist explizit kein Marketing-Alleingang. Der Vertrieb ist an Account-Auswahl, Signal-Definition, Content-Feedback und natürlich an der Entwicklung der Beziehungen im Buying Center beteiligt. Ohne echtes Alignment zwischen Marketing und Vertrieb funktioniert ABM nicht.
Welche KPIs sind für ABM wichtig?
Die wichtigsten KPIs sind Account Coverage, Engagement Score im Buying Center, Pipeline Velocity, Win Rate auf Ziel-Accounts, durchschnittlicher Deal-Wert sowie die Erfüllung der SLAs zwischen Marketing und Vertrieb.
Welche Vorteile hat ABM im B2B-Vertrieb?
Höhere Abschlussquoten, größere Deals, kürzere Sales Cycles, effizienterer Budgeteinsatz, stärkere Zusammenarbeit zwischen Marketing und Vertrieb sowie eine nachhaltigere Kundenbeziehung durch strategische Account-Entwicklung.
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