Viele B2B-Unternehmen stehen vor demselben Problem: Sie brauchen kontinuierlich neue Kunden, verlassen sich dabei aber noch immer auf Methoden, die immer schwieriger werden.
Listen kaufen. Kontakte recherchieren. Kalt anrufen. Ungefragt Nachrichten verschicken. Auf Messen Visitenkarten sammeln. Und hoffen, dass gerade jemand Bedarf hat.
„Go for Leads“ verfolgt einen anderen Ansatz.
Nicht besser jagen.
Sondern ein System schaffen, das Anziehungskraft entwickelt.
Ein System, das Wunschkunden frühzeitig erreicht, ihnen relevante Informationen bietet, Vertrauen aufbaut, Signale erkennt und sie Schritt für Schritt begleitet – bis aus zunächst unbekannten Menschen qualifizierte Leads und schließlich Kunden werden.
Klassische Kaltakquise folgt einer einfachen Logik:
Wir suchen Kunden.
Doch moderne B2B-Käufer haben längst eigene Möglichkeiten, sich zu informieren.
Sie recherchieren. Sie lesen Fachartikel. Sie hören Podcasts. Sie verfolgen Diskussionen auf LinkedIn. Sie vergleichen Lösungsansätze. Sie sprechen mit Kollegen.
Und zunehmend fragen sie KI-Systeme nach möglichen Lösungen und Anbietern.Ein erheblicher Teil der Meinungsbildung findet damit statt, bevor der Vertrieb überhaupt weiß, dass es diesen potenziellen Kunden gibt.
Die Konsequenz: Wer erst beim persönlichen Vertriebskontakt beginnt, ist möglicherweise bereits zu spät.
Diese zunächst unsichtbare Phase der Customer Journey wird zum Dark Funnel. Menschen beschäftigen sich mit Problemen und möglichen Lösungen, ohne sich gegenüber einem Anbieter zu erkennen zu geben. Aus Unternehmenssicht entsteht zunächst nur Rauschen. Anonyme Websitebesucher. Suchanfragen. Content-Nutzung. Social-Media-Aktivitäten. Themeninteresse. Doch hinter diesem Rauschen können sich genau die Unternehmen und Menschen befinden, die später zu Kunden werden. Die Aufgabe moderner B2B-Vermarktung besteht deshalb darin, bereits relevant zu sein, bevor der potenzielle Kunde seine Hand hebt.
Das verändert auch die klassische Vorstellung von Lead Generation. Das Ziel ist nicht, möglichst schnell eine E-Mail-Adresse zu bekommen. Denn ein Kontakt ist noch kein Lead. Und ein Lead ist noch lange keine Verkaufschance. Demand Generation beginnt früher. Sie schafft Aufmerksamkeit für ein relevantes Problem, hilft bei der Orientierung und baut Vertrauen auf. Das Unternehmen versucht nicht, jeden anonymen Interessenten möglichst schnell zu identifizieren. Es sorgt zunächst dafür, dass die richtigen Menschen einen Grund haben, wiederzukommen.
Die zentrale Metapher dahinter ist die Wasserloch-Strategie®. Wer jagt, muss seine Beute suchen, verfolgen und erwischen. Ein Wasserloch funktioniert anders. Es besitzt eine solche Relevanz, dass die richtigen Besucher von selbst kommen. Übertragen auf B2B bedeutet das: Bauen Sie Wasserlöcher für Ihre Wunschkunden. Das können Fachartikel sein. Leitfäden. Webinare. Podcasts. Studien. Tools und Rechner. Newsletter. Videos. Communities. Oder andere Inhalte und Formate, die konkrete Fragen Ihrer Zielgruppe beantworten. Die zentrale Frage lautet nicht mehr: „Wie erreichen wir möglichst viele Menschen?“ Sondern: „Was ist für unsere Wunschkunden so relevant, dass sie freiwillig zu uns kommen?“
Mehr Leads sind nicht automatisch bessere Leads. Deshalb beginnt Go for Leads nicht mit der Frage nach möglichst viel Reichweite. Es beginnt mit der Frage: Wen wollen Sie überhaupt gewinnen? Welche Unternehmen passen zu Ihrem Angebot? Welche Situationen und Herausforderungen machen einen Bedarf wahrscheinlich? Welche Menschen sind an der Entscheidung beteiligt? Welche Fragen beschäftigen sie? Und wo informieren sie sich? Je genauer dieses Bild wird, desto präziser kann das gesamte System aufgebaut werden. Aus beliebiger Lead Generation wird systematische Wunschkundengewinnung.
Im B2B kann ein Inhalt mit 500 Aufrufen wertvoller sein als einer mit 50.000. Entscheidend ist nicht allein, wie viele Menschen ihn sehen. Entscheidend ist, wer ihn sieht und was anschließend passiert. Content muss deshalb eine Aufgabe innerhalb der Customer Journey erfüllen. Er kann Aufmerksamkeit erzeugen. Ein Problem sichtbar machen. Zusammenhänge erklären. Orientierung geben. Alternativen vergleichbar machen. Vertrauen aufbauen. Oder eine Entscheidung erleichtern. Damit wird Content nicht zum Selbstzweck. Er wird Bestandteil eines Systems.
Irgendwann verändert sich das Verhalten eines Interessenten. Er kehrt zurück. Er beschäftigt sich intensiver mit bestimmten Themen. Er lädt weiterführende Informationen herunter. Er besucht relevante Seiten. Vielleicht meldet er sich zu einem Webinar oder Newsletter an. Aus dem anonymen Rauschen entstehen Signale. Und genau hier beginnt der nächste Teil des Systems: Diese Signale müssen erkannt, interpretiert und miteinander verbunden werden.
Ein häufiger Fehler beginnt genau in diesem Moment. Ein Interessent wird identifizierbar – und sofort übernimmt der Vertrieb. Doch Sichtbarkeit bedeutet nicht Kaufbereitschaft. Der Mensch ist vielleicht interessiert. Aber noch nicht reif. Deshalb braucht es Lead Nurturing. Relevante Inhalte begleiten den Interessenten weiter. Sie beantworten die nächsten Fragen. Reduzieren Unsicherheit. Vertiefen Vertrauen. Und helfen dem potenziellen Kunden, seine eigene Situation besser zu verstehen.
Nicht drücken. Entwickeln.
Besonders bei komplexen B2B-Kaufentscheidungen reicht es nicht, einen Interessenten von der eigenen Lösung überzeugen zu wollen. Der Kunde muss selbst entscheidungsfähig werden. Er muss Anforderungen verstehen. Alternativen bewerten. Risiken einschätzen. Andere Beteiligte einbeziehen. Und häufig intern erklären können, warum eine Veränderung sinnvoll ist. Gutes Marketing unterstützt genau diesen Prozess. Aus Nurturing wird deshalb Buyer Enablement: Der Kunde bekommt nicht nur Informationen über ein Produkt. Er bekommt Hilfe dabei, eine gute Entscheidung treffen zu können.
Je länger ein Interessent begleitet wird, desto mehr Signale entstehen. Doch welche davon sind relevant? Ein Download? Drei Websitebesuche? Ein bestimmter Inhalt? Wiederkehrendes Interesse an einem konkreten Thema? Hier hilft Lead Scoring. Nicht als mathematische Wahrheit, sondern als Modell, das unterschiedliche Signale zusammenführt. Ziel ist nicht, möglichst schnell einen bestimmten Punktestand zu erreichen. Die entscheidende Frage lautet: Wann ist der richtige Moment für den persönlichen Vertrieb?
Genau hier entsteht der Grüne-Bananen-Effekt®. Eine grüne Banane kann man pflücken. Aber sie ist noch nicht reif. Dasselbe gilt für Leads. Wer einen Kontakt zu früh an den Vertrieb übergibt, riskiert, dass der erste persönliche Kontakt nicht als hilfreich, sondern als störend empfunden wird. „Ich wollte mich doch nur informieren.“ Das Problem liegt dann nicht zwingend in der Qualität des Leads. Es liegt im Timing. Ein funktionierendes Lead-System braucht deshalb klare Kriterien dafür, wann ein Kontakt wirklich vertriebsreif ist.
Damit wird Lead Management automatisch zu einer gemeinsamen Aufgabe von Marketing und Vertrieb. Marketing kann nicht allein definieren, was ein guter Lead ist. Und Vertrieb kann nicht einfach jeden Kontakt zurückweisen, der noch nicht unmittelbar kaufen möchte. Beide Bereiche brauchen eine gemeinsame Sprache. Was bedeutet Marketing Qualified Lead? Wann akzeptiert Vertrieb einen Lead? Welche Informationen müssen übergeben werden? Welche Signale sind relevant? Wann wird ein Lead zurück ins Nurturing gegeben?
Aus einer Schnittstelle wird ein gemeinsamer Prozess.
Viele dieser Prozesse wären manuell kaum beherrschbar. Marketing Automation hilft dabei, Signale zu verarbeiten, Kontakte zu segmentieren, Inhalte auszuspielen, Nurturing-Prozesse zu steuern und Reifeentwicklungen sichtbar zu machen. Doch Software allein löst das Problem nicht. Eine Plattform kann automatisieren. Sie weiß aber nicht automatisch, was sinnvoll automatisiert werden sollte. Deshalb steht in Go for Leads nicht das Tool im Mittelpunkt. Sondern die Methode.
Erst Methode. Dann Prozess. Dann Technologie.
Künstliche Intelligenz erweitert diese Möglichkeiten zusätzlich. KI kann bei der Analyse von Zielgruppen unterstützen. Content entwickeln und variieren. Signale strukturieren. Daten analysieren. Muster erkennen. Personalisierung unterstützen. Und Vertriebs- und Marketingteams bei der Interpretation von Informationen helfen. Gleichzeitig verändert KI aber auch die Customer Journey selbst. Menschen recherchieren zunehmend über generative Systeme. Damit verändert sich die Frage nach Sichtbarkeit. Neben klassischer Suchmaschinenoptimierung wird es wichtiger, Inhalte so aufzubauen, dass sie auch in KI-gestützten Informations- und Entscheidungsprozessen relevant werden können.
Go for Leads betrachtet Leadgenerierung deshalb nicht als einzelne Kampagne. Nicht als Landingpage. Nicht als LinkedIn-Aktion. Nicht als Marketing-Automation-Workflow. Und auch nicht als Aufgabe einer einzelnen Abteilung. Es geht um das Zusammenspiel:
Wunschkunden verstehen → Aufmerksamkeit erzeugen → Relevanz schaffen → Vertrauen entwickeln → Signale erkennen → nurturen → befähigen → Reife erkennen → übergeben → verkaufen → lernen.
Erst dieses Zusammenspiel macht Neukundengewinnung planbarer.
Go for Leads ist als B2B-Playbook für den Aufbau eines systematischen Pull-Ansatzes zur Neukundengewinnung konzipiert. Im Mittelpunkt stehen:
Das Buch richtet sich an Unternehmen und Verantwortliche, die ihre Neukundengewinnung weniger abhängig von klassischer Kaltakquise machen wollen. Insbesondere an: Geschäftsführung, die einen systematischen Ansatz zur Neukundengewinnung aufbauen möchte. Marketingleitung, die Marketing stärker mit konkreter Nachfrage und Umsatzentwicklung verbinden will. Vertriebsleitung, die nicht einfach mehr Leads, sondern besser vorbereitete und reifere Kontakte benötigt. Marketing- und Sales-Teams, die Lead Management als gemeinsamen Prozess etablieren wollen. Und an B2B-Unternehmen, die aus einzelnen Maßnahmen ein funktionierendes System entwickeln möchten.
Die zentrale Idee des Buches lässt sich auf einen einfachen Perspektivwechsel reduzieren: Nicht fragen: Wie finden wir mehr Kunden? Sondern: Wie bauen wir ein System, das dafür sorgt, dass die richtigen Kunden uns finden, uns vertrauen und von selbst den nächsten Schritt gehen wollen? Das bedeutet nicht, dass Vertrieb überflüssig wird. Im Gegenteil. Der Vertrieb kommt dort ins Spiel, wo seine größte Stärke liegt: im persönlichen Dialog, beim Verstehen komplexer Situationen, beim Moderieren von Entscheidungen und beim Aufbau von Beziehungen. Das System sorgt dafür, dass dieser Dialog mit den richtigen Menschen und möglichst zum richtigen Zeitpunkt beginnt. Hör auf zu jagen. Bau ein System, zu dem die Richtigen von selbst kommen.
Titel: Go for Leads
Reihe: Das B2B-Playbook
Autor: Norbert Schuster
Themenschwerpunkt: B2B-Leadgenerierung und systematische Neukundengewinnung
Verlag: strike2 GmbH
Text, Illustrationen und Umschlaggestaltung wurden mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt und vom Autor überarbeitet.

Eine Revenue Engine ist ein integriertes System aus Marketing, Vertrieb und Daten, das darauf ausgerichtet ist, planbar Nachfrage zu erzeugen, Leads zu entwickeln und Umsatz zu generieren. Im Gegensatz zum klassischen Funnel steht nicht der einzelne Abschluss im Fokus, sondern ein dauerhaft funktionierendes Wachstumssystem.
Das Buch richtet sich an IT-Unternehmen mit komplexen Vertriebsprozessen, insbesondere Softwarehäuser, SaaS-Anbieter, Cloud-Provider und IT-Dienstleister. Es ist besonders relevant für Unternehmen mit längeren Sales Cycles und mehreren Entscheidern im Buying Center.
Ja. Die Prinzipien der Revenue Engine sind skalierbar. Auch kleinere Unternehmen profitieren davon, Marketing und Vertrieb systematisch zu verbinden und Prozesse datenbasiert zu steuern – oft sogar schneller als größere Organisationen.
Nein. Der Fokus liegt bewusst nicht auf einzelnen Tools, sondern auf dem System dahinter. Sie lernen, wie Sie vorhandene Technologien sinnvoll orchestrieren, statt neue Tools einzuführen.
Das Buch betrachtet Marketing und Vertrieb nicht isoliert, sondern als integriertes System. Es verbindet Strategie, Prozesse und Umsetzung und überträgt das Schuster-Modell® konkret auf die Anforderungen der IT-Branche.
Daten sind die Grundlage für Timing, Relevanz und Priorisierung. Das Buch zeigt, wie Sie Verhaltensdaten, Lead Scoring und Intent Data nutzen, um bessere Entscheidungen zu treffen. KI wird dabei als Verstärker gesehen – nicht als Ersatz für Strategie.
Viele Ansätze lassen sich sofort umsetzen, zum Beispiel im Bereich Lead Scoring, Nurturing oder Marketing-Vertriebs-Alignment. Eine vollständige Revenue Engine entsteht schrittweise, liefert aber bereits früh messbare Ergebnisse.
Weil sich das Kaufverhalten verändert hat. Kunden informieren sich heute selbstständig und treten erst spät in den direkten Kontakt mit dem Vertrieb. Klassisches Lead Management greift zu kurz, wenn es nicht in ein ganzheitliches System eingebettet ist.
Sie erhalten ein klares System, um Marketing und Vertrieb neu auszurichten. Ziel ist es, mehr relevante Anfragen zu generieren, die Qualität von Leads zu erhöhen und Vertriebsprozesse planbarer zu machen.
Beides. Es liefert ein klares strategisches Modell und zeigt gleichzeitig konkrete Umsetzungsansätze für den Alltag in Marketing und Vertrieb.
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